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Mastaba D 82

Bezeichnung:

D 82 und D 82 A

Typus: Werksteinmastaba mit Pfeilerhalle
Namen:
Grabherr:
JHjj
(Ranke, PN I, 44,22)
Frau:
   
Eltern:
Kinder:
 
erwähnte Personen:
Titel:
Grabherr:
jmy-r# st n Xnty(w)-S sHD xnty(w)-S pr-o# smr pr-nzw

"Untervorsteher der Xnty(.w)-S-Pächter"; "Aufseher der Xnty(.w)-S-Pächter des Palastes"; "Freund/Höfling des Königshauses"
Zu den Titeln siehe Jones, Index OK, S. 949,3503; 241,881 und 896,3289.
Gesondert zu den Titeln der Xntj-S-Pächter auch Roth, Ann Macy, A Cemetery of Palace Attendants, Department of Ancient Egyptian, Nubian, and Near Eastern Art, Boston, Museum of Fine Arts, 1995 = Giza Mastabas, 6, p. 40ff.

Frau:
Eltern:
   
Kinder:
   
erwähnte Personen:
 


Lage des Grabes:

Plan Hölscher 1903-1906
Junker, Giza IX, Plan II
Blaupausen Mastaba D 82

[pdf]
[pdf]
[pdf]

Ausgrabungszeitpunkt: 1906
Ausgräber:

Georg Steindorff, Georg Möller, Paul Wrede,

Datierung: 5.-6. Dynastie nach Porter/Moss.
Anfang 6. Dynastie
   
Aufbau der Grabanlage:  
Allgemein:

Die Mastaba D 82 / D 82 A hat eine Gesamtlänge von ca 13,0 m. Im Süden lehnt sich Mastaba D 80 an sie an.
Mastaba D 82 hat einen Kernbau von 6,0 m × 6,2 m, der eine L-förmige Kultkammer enthält, die sich im Osten fast über die gesamte Länge der Anlage von Mastaba D 82 erstreckt. Die Kultkammer hat die Maße von 5,1 m × 1,25 m. Der Eingang im Nordosten ist 0,6 m breit. Die Kultkammer weist drei Scheintüren auf, von denen die nördliche mit schwarzen Hieroglyphen beschriftet ist. Zwischen der mittleren Kultnische und der nördlichen Scheintür befindet sich vorgezeichnet mit roten Hieroglyphen eine Opferliste mit darunter in schwarzer Farbe angebrachten Szenen von Gabenbringenden und Gefäßen. Hinter der nördlichen Scheintür lag ein Serdab ohne Sichtschlitz zur Kultkammer.
Nördlich an Mastaba D 82 schließt ein, in seiner Länge nicht vollständig ausgegrabener Erweiterungsbau von über 6,0 m Länge und 5,0 m Breite an. Dieser hat an seiner Ostseite zwei undekorierte Scheintüren.
Zur Mastaba D 82 gehören drei Grabschächte und zu D 82 A vier.

Anbauten:
Der Anbau D 82 A schließt sich im Norden an D 80 an und verbaut deren Verkleidungsblöcke. Seine Ausmaße betragen ca. 6,0 m × 5,0 m, jedoch ist er in seiner Gesamtlänge nicht komplett erfasst. An seiner Ostseite hat der Erweiterungsbau zwei undekorierte Scheintüren.
Kultkammer:

Die L-förmige Kultkammer von Mastaba D 82 hat eine Größe von 5,1 m × 1,25 m. Ihr 0,6 m breiter Eingang liegt im Nordosten.
Die nördliche Scheintür hat in schwarzer Farbe aufgemalte Inschriften mit Namen und Titel des Verstorbenen. Der Fußboden ist mit Ziegeln gepflastert, wobei der südliche Abschnitt höher liegt als der nördliche. Südlich der nördlichen Scheintür und zwischen der mittleren Scheintür ist auf die Wand in roter Farbe eine Opferliste aufgebracht. Darunter gibt es mit schwarzer Farbe Darstellungen von Gabenbringern und Gefässen. Die südliche Scheintür ist undekoriert verblieben. In der südöstlichen Ecke der Kultkammer war mit Ziegeln ein Grab eingebaut.
S. 145

Serdab:

Der hinter der nördlichen Scheintür liegende Serdab von 0,5 m² Größe hatte keinen Sichtschlitz zur Kultkammer und wurde leer vorgefunden.

Grabschächte:

Drei Schächte in D 80:
Schacht 1: Tiefe: ca. 10,7 m. Seine Ausmaßen betragen 1,6 m × 1,55 m. Er hatte eine nach Westen gerichtete Kammer in der jedoch nur eine zerfallene Bestattung gefunden wurde. Auf der Nordseite der Kammer gibt es eine 8 cm hohe Erhebung.
Schacht 2:ßJ Tiefe: 7,6 m. Seine Schachtmaße betragen nur 0,9m². Die nach Norden gerichtete Kammer war mit grossen Steinblöcken versetzt. In ihr befand sich ein Holzsarg mit gewölbten Deckel von 1,7 m Länge, 0,8 m Breite und 0,9 m Höhe. Am Deckel befinden sich auf beiden Seiten Griffe; jedoch war der nordöstliche Griff abgebrochen.
S. 47
Im Sarg lag eine auf dem Rücken liegende Leiche mit dem Kopf nach Norden gerichtet. Der Sarg wurde geborgen.
Schacht 3:ßK Tiefe: ca. 9,5 m. Die nach Süden gerichtete Kammer hatte einen Ausbau nach Westen. Darin wurde ein Sarg aus dem Felsen geschlagen und mit Steinen ergänzt. Zur Abdeckung hatte er einen hölzernen Sargdeckel, dessen Reste im Sand gefunden wurden. Die Leiche war bereits antik aus dem Sarg herausgerissen und ihr Kopf abgetrennt und beraubt worden. Im Sand fanden sich nur noch die Reste von Blattgold und Fayenceperlen.
S. 51

Vier Schächte in D 80 A:
Alle Schächte waren ohne Kammern geblieben und reichen bis auf den Erdboden herab.
Schacht 4: Tiefe: 2,9 m: Die Bestattung lag auf dem Grund des Schachtes in einer Vertiefung, die durch gemauerte Seitenwangen eingefasst war. Der Verstorbene lag in Hockerstellung mit dem Kopf nach Norden und dem Gesicht nach Osten. Der Schädel war zertrümmert. Die Leiche wird von den Ausgräbern als männlich eingeschätzt.
S. 46
Schacht 5: Tiefe: 3,3 m. Entspricht im Aufbau Schacht 4. Die sehr zerstörte Hockerbestattung lag mit dem Kopf nach Norden und dem Gesicht nach Osten gerichtet.
Schacht 6: Tiefe: 2,9 m. Reste von zersetzten Knochen im Sand. Ebenfalls im Sand lag eine runde, rot polierte Schale (Leipzig, ÄMU 2089).
Schacht 7: Im Schutt des Schachtes wurde zahlreiche Mörteltöpfe gefunden. Am Schachtgrund lag ein mit Steinen zugedecktes Begräbnis. Die Hockerleiche war zertrümmert und lag mit dem Kopf nach Norden und dem Gesicht nach Osten gerichtet.

Östlich vor der Kultkammer von D 82 lag in der Straße zwischen D 82 und D 96 ein weiterer Grabschacht (Nr. 8), der den Durchweg versperrte.
Schacht 8: Hatte eine nach Westen gerichtete Kammer. Auf einem Lager aus Steinen lag einen Hockerbestattung mit dem Kopf nach Norden und dem Gesicht nach Osten. Beide Hände lagen unter der linken Wange. Vor dem Gesicht wurden noch die Reste einer kannelierten hölzernen Kopfstütze gefunden.

   
Erhaltungszustand: Die Mastaba liegt heute wieder unter Sand begraben. Vgl. das QTVR PDM_06728 vom 07.11.2006. http://www.gizapyramids.org/.
   
Funde:

Mastaba D 82:

In der Kultkammer:
- Nördliche Scheintür mit aufgemalter Inschrift (in situ verblieben)
- Opferstein mit Inschrift (Objekt fraglich ßL)
- Opferliste und Darstellungen (in situ verblieben)

Oberflächenbestattung in der Kultkammer:
- Reste der Perücke einer männlichen und weiblichen Holzstatue (vermutlich Leipzig, ÄMU uninventarisiert - Kriegsverlust)

Schacht 2:
- Hölzerner Sarg mit Griffen (Staatliche Museen zu Berlin - Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Inv.-Nr. ÄM 17492)

Schacht 3: (verworfen)
- Reste von Blattgold (vermutlich Leipzig, ÄMU uninventarisiert - Kriegsverlust)
- Fayenceperlen (vermutlich Leipzig, ÄMU uninventarisiert - im vorhandenen Konvolut nicht mehr zu separieren)


Mastaba D 82 A:

Schacht 6: (verworfen)
- Rot polierte Tonschale (Leipzig, ÄMU 2089)

Schacht 7: (verworfen)
- Mörtel- bzw. Bierkrüge (vermutlich Leipzig, ÄMU uninventarisiert - im vorhandenen Konvolut nicht mehr zu separieren)

In der Straße zwischen D 82 und D 96:
Schacht 8:
- Reste einer kannelierten, hölzernen Kopfstütze (vermutlich Leipzig, ÄMU uninventarisiert - im vorhandenen Konvolut nicht mehr zu separieren)
- Mörtel- bzw. Bierkrüge (vermutlich Leipzig, ÄMU uninventarisiert - im vorhandenen Konvolut nicht mehr zu separieren)

(- Statuette - Leipzig, ÄMU 2466)ßM

   
Photos:
   
Archivalien:

Tagebuch 1905: [Abschrift.pdf] [Original.pdf]

S. 144:  […] Die Versuchsgrabung Senûsi’s im N., an d. Grenze d. Reisner’schen Grabung bringt eine hübsche Mastaba zu Tage, die einem S. 144 [D 82] gehört. […]

S.  145 Die Versuchsgrabung an d. neuen Mastaba des S. 145 [D 82] wird eingestellt,
der Serdâb hinter d. nördlichen Scheintür ist ausgeplündert. Der ausgegrabene Teil ist auf folgenden Skizze D.’s ersichtlich.
Aufgetragene Skizze für Ansichten 1:50 sind fertig
S. 145
D 82
a) Scheintür mit Inschrift
b) b) Opferliste etc. S. 152: […]Senussi lasst die Kammer des Zezemonch eindecken u. das Grab des S. 152 wieder zuschütten. […]



Tagebuch 1906:
[Abschrift.pdf] [Original.pdf]

S. 42: […] D 82,1. In dem schön gearbeiteten grossen Schacht öffnet sich ein sauber
ausgehauenes Zimmer nach W. Der Schacht 10,7 m tief. Die Leiche im Zimmer vermorscht, Schädel gut erhalten.
D 82,6. Beim Ausheben dieses Schachtes werden im Sande morsche

S. 43: Knochen u. dabei eine runde, rotgestrichene Schale (Fundjournal No. 17) gefunden. […]

S. 45: […] Montag, 26. März 1906.
Die Arbeiten werden westl. von D 80 und 82 fortgesetzt. Die Kammer von D 82 wird fertig gereinigt. Das Grab gehört nach den schwarz aufgemalten Inschriften auf der nördl. Scheintür dem
S. 45
Der Fussboden ist mit Ziegeln gepflastert, u zwar liegt die südliche Hälfte höher als die nördliche. An der Wand l. von d. nördl. Scheintür ist eine lange Opferliste mit roter Farbe aufgeschrieben, darunter schwarz vorgezeichnete Darstellungen

S. 46: von Gaben Bringenden, Gefässen. u.a. In der südöstl. Ecke ist mit Ziegeln ein Grab eingebaut. Darin fanden sich Knochentrümmer und 2 Stückchen (Frisur) von den Holzfiguren eines Mannes u. einer Frau. […]
D 82,4. Auf d. Grunde des mässig tiefen Schachtes liegt das Skelett. Hocker Kopf N, Gesicht O. Anscheinend männlich. Schädel zertrümmert.
S. 46

S. 47: D 82,3. 7,60 m tiefer Schacht (90 × 90 cm), Kammer nach N, mit grossen Steinblöcken versetzt. Darin steht ein Holzsarg mit gewölbtem Deckel. L. 1,70. Br 0,80 H 0,70 m. Am Deckel jederseits 2 Handhaben, die nordöstl. abgebrochen. Die Leiche liegt auf dem Rücken,
Kopf nach N. Der Sarg soll stückweise herausgeholt u. mit Paraffin getränkt werden. Wäre der Schacht etwas weiter, so würde das Bergen wohl sehr einfach gehen.
S. 47 […]
 
S. 49: Dienstag 27 März 06.
Die Arbeiten gehen weiter fort. Neue Brunnen wurden beendet. Folgende werden aufgenommen:
D 82,7: im Schutt des Schachtes viele Mörteltöpfe gefunden. Unten ein mit Steinen zugedecktes Begräbnis. Zertrümmerte Hockerleiche, Kopf nach N., Gesicht nach O. […]

S. 50: […] D 82,5, das in der Anlage des Sargs im Bîr ganz D 82,4 entspricht. Das Skelett sehr zerstört. Hocker (Kopf nach N, Gesicht nach Osten).
D 82,6 unvollendeter, blos etwas aus dem Fels gehauener Schacht. In ihm ist nicht begraben worden (?) […]

S. 51: […] Der grosse Bîr D 82,2 wird heute geleert. Kammer nach S, mit westl. Ausbau. Der Sarg aus d. Fels ausgehauen u. mit Steinen ergänzt. Er war mit einem Holzdeckel geschlossen, vor dem sich noch Reste im Sande fanden.
S. 51

S. 52: Die Leiche war im Altertum herausgerissen u. geplündert, der Kopf abgerissen. Im Vorraum (bei x) fanden sich Stücke von Blattgold u. Fayenceperlen.
Der Deckel des Holzsarges aus D 82,3 wird herausgeholt u. mit Paraffin getränkt; ebenso die Kopfstütze u. Sargteile von D 73,1. (s. S. 41). […]

S. 82: […] D 82,8. Kammer nach W. Darin eine Hockerleiche (Beine ganz hoch gezogen), auf einem Haufen von Schutt liegend. In diesem „Raksch“ sind mehrere Mörteltöpfe mit verbacken. S. 82 Kopf nach N., Gesicht nach O. Beide Hände unter d. l. Wange.

S. 83: Vor dem Gesicht liegen die Reste einer hölzernen Kopfstütze mit kanelliertem Schaft. […]

 

Notizen 1906: [Original.pdf]

S. 11:
10/4 06
D 82
An d. Ostwand der Kammer u. in d. Türlaibung rot aufgemalte (?) Flecke. Ob rohe Granitbemalung?

 

S. 12:
D 82,8
Kammer W.
Kopf N.
Gesicht O.
Vollständiger Hocker.
Beide Hände unter d. l. Wange
Vor d. Gesicht Reste einer kannelierten Kopfstütze.
Leiche ruht auf e. Haufen von Schutt   in diesem Raksch auch mehrere Mörteltöpfe verbacken
Die Kopfstütze war rot bemalt.

 

Notizen Paul Wrede ßN, 1906: [Abschrift]

S. 8 […] D 80 und 82
Von dem Teil der Grabung, der nördlich an die von 1905 anschließend bis an die amerkanische Ausgrabung reicht, verdienen die mit D 80 und 82 bezeichneten Teile eine
besondere Betrachtung.
Wir haben es hier zunächst mit drei aneinanderstoßenden Bauten zu tun von denen dem
mittleren eine Kammer, dem südlichen ein Pfeilerhof und eine weitere vierte Mastaba östlich

S. 9: angegliedert sind. Diese Teile wiederum bilden die Verbindung zu D 96 und D 97, die nur in ihren westlichen Abschlüssen blosgelegt wurden. […]
Aus diesem Opferhof führt eine Gasse zwischen D 96 und D 82, die jetzt durch den Einbau
eines Bir verschlossen ist. Innerhalb des Einbaus, an D 96 angelehnt, finden wir noch eine
kleine Anmauerungg, die sich als Stufe, bestehend aus einem großen Stein, mit Nilschlamm
überzogen, erwies. Sie diente wohl nach Errichtung des Einbaues dem Verkehr zum Opferhof
Der ganze Opferhof, wie auch die Opferkammer des südlichen Einbaues, sind mit sauber
geglättetem Tubpflaster versehen.
Der in die Gasse zwischen D 96 und 82 eingebaute Bir ist innen und außen mit Kalksteinen
aufgemauert, letztere stark geböscht. In der kleinen Kammer unten lag die Leiche auf einer
geebneten Schüttung von kleinen Steinen. (Ragsch.)

S. 10: D 82 besteht aus zwei resp. drei Bauteilen. Der erste lehnt sich nördlich an D 80 an. An diesen wurde gleichzeitig die Kammer angebaut, die zeitlich noch vor der Ausführung der Pfeilerstellung zu D 80 liegen muß, die die Kammerwand als Auflager für die Pfeilerbalken benutzt.
Nördlich an diese ersten Teile, zeitlich nach ihnen, wurde eine weitere Mastaba gesetzt, die
eine besondere Bezeichnung nicht erhalten hat. In ihrem nördlichsten Teile, wurde sie aus
Zeitmangel nicht bis zum Schluß verfolgt. Dieser Teil sei vorweggenommen, da er weit
weniger Interesse bietet, als der Hauptbau. Im Osten zeigen sich zwei Scheintüren. Die
obersten Mantelschichten fehlen, doch kann man wohl annehmen, dass der nach Norden
immermehr zerstörte Bau wohl die Höhe von D 82 hatte. Von den vier Biren enthalten drei
Oberflächenbestattungen mit angearbeiteten Särgen, der bei den südlichsten durch 60 cm
Aufmauerung hergestellt ist, während der zweite seitlich, der dritte in der Mitte in den Fels
geschlagen sind. Der vierte Bir endlich ragt nur auf den Fels.
Der Hauptbau von D 82 enthält drei tiefe Bire mit sehr schönen Kammern. Der tiefste, 1.60 zu
1.55 messend, ist 10.70 m tief, wovon 2.60 m auf die Übermauerung entfallen. Im Norden der geräumigen Kammer (2.15 zu 2.24 m) ist eine 8 cm hohe Platte angearbeitet, vielleicht für mitgegebene Opfergaben. Von den südlichen Biren ist der westliche 7.70 m tief. Die Kammer war mit einer 35 cm starken Mauer verschlossen.
In der Kammer (2.30 lang, 1.55 breit, 1.45 hoch) stand ein Holzsarg aus dicken Bohlen (jetzt
in Berlin). Der letzte endlich ist 9.45 m tief, wovon 2.65 Aufmauerung. Am Boden führt
ein Schacht von 1.05 m Breite und 1.60 m Höhe nach Süden in die um 5 cm höhere Kammer.
Diese misst 2.10 m zu 2.20 m. Im Westen ist eine Sargbank von 85cm Breite und 40 cm Höhe
über die ganze Länge der Kammer im Fels stehen gelassen. Die Leiche lag in einem Sarg von
1.80 zu 45 cm. Darauf fanden sich Reste eines Holzdeckels.
Der im nördlichen Teile von D 82 befindliche Serdap reicht bis auf den Felsboden.
Die Kammer weist im Westen zwei Scheintüren auf, sowie die Andeutung einer dritten in der
Mitte. Zwischen dieser und der nördlichen ist die Wand abgeputzt und mit Inschriftvorzeichnungen versehen Die südliche Hälfte der Kammer ist durch Tubpflaster um
eine Stufe erhöht. In der Südostecke der Kammer befindet sich eine Nische, die unten zu einer
Art Bank, bestehend aus ein paar Steinen mit Tubfüllung, diente. Besonderes Interesse
verdient der Sturz über dieser Nische mit angearbeitetem Profil (Siehe bes. Zeichng). Der
unter diesem Sturz fehlende Block der Verkleidung ist wohl kaum als Fenster anzusehen. In
der Kammer vor der nördlichen Scheintür liegt noch ein großer Opferstein.

 

Manuskript Hölscher [Original pdf]
D 82.
Bl.    Lgpln.    Abb.
Photo:
1516/3009



Mastaba des
D 82 lehnt sich an D 80 an; dagegen dient die gleichzeitig mit D 82 errichtete zugehörige Kultkammer den Architraven der Halle von D 80 als Aufleger, ist also jünger als jene.
Die Kultkammer ist mit Steinbalken überdeckt, die über der Südhälfte erhalten sind. Daselbst auch der Fussboden (Ziegelpflaster) um eine Stufe höher als in der Nordhälfte. 2 grosse Scheintüren und dazwischen eine ganz kleine. Auf der nördlichen schwarz aufgemalte Inschrift:

Vor der Scheintür im Fussboden ein grosser Opferstein mit der Inschrift:
Links daneben auf geputzter Fläche eine lange Opferliste mit roter Farbe aufgemalt, darunter schwarz vorgezeichnete Darstellungen von Gabenbringenden, Gefässen u.a. Der südlichen Scheintür gegenüber eine Bank in einer Nische. Der Sturz darüber hat das Rundbalkenprofil (s. Abb.   ). Die Bank ist gebildet durch ein paar Werksteine, hinter denen Nilschlammfüllung. Darüber in der Wand eine Oeffnung, die von Grabräubern hineingeschlagen ist.
Hinter der nördlichen Scheintür ein Serdab, der bis auf den Felsboden hinabreicht und kein Schlitzfenster hat, leer.
D 82 hat 3 Schächte:

D 82 Fortsetzung 1.

D 82,1 10,70 m tief, oben 1,60 × 1,55 m weit. Kammer nach Westen, sehr geräumig und sauber gearbeitet; auf der Nordseite ist eine 8 cm hohe Platte stehen gelassen. Bestattung ganz zertört.
D 82,2 7,6 m tief 90 × 90 cm weit, Kammer nach Norden mit grossen Steinblöcken versetzt. Darin Holzsarg mit gewölbtem Deckel (1,70 m lang, 0,80 m brt. 0,90 m hoch). am Deckel beiderseits 2 Handhaben, die nordöstliche abgebrochen. Leiche auf dem Rücken liegend, Kopf nach Norden, Sarg geborgen.
D 82,3 Kammer nach Süden mit westlichem Ausbau, in dem ein Sarg aus dem Felsen gehauen und mit Steinen ergänzt. Der Sarg war mit Holzdeckel geschlossen, von dem noch Stücke im Sande gefunden worden sind. Reste von einem hölzernen Sargdeckel wurden im Sand gefunden. Die Leiche seit Alters herausgerissen und beraubt. Im Vorraum fanden sich Reste von Fayenceperlen und Blattgold.
Der nördliche Anbau D 82 A reicht im Norden auf das Gebiet der Amerikanischen Grabung hinüber und ist dort nicht fertig freigelegt. Auf der Ostseite 2 Scheintüren ohne Inschriften. 4 Schächte (D 82, 4-7), die sämtlich ohne Kammer, nur bis auf den Felsboden hinabreichen. Die Bestattungen liegen auf dem Grunde der Schächte, wobei ein Sarg dadurch hergestellt ist, daß man entweder eine Vertiefung in die Felsoberfläche gearbeitet hat oder Seitenwangen aus Mauerwerk aufgeführt hat. D 82,6 war leer, es fand sich nur eine rot gestrichene Tonschale im Schutt (F. J. No. 17). Die drei anderen enthielten normale Hockerbestattungen.

D 82 Fortsetzung 2.

Der Zuweg zu D 80 ging vor der Front von D 82 vorbei, ist heir aber später durch eine zwischengebautes Begräbnis (D 82,8) gesperrt worden. Man war daher gezwungen, um nach D 80 zu kommen über die niedrigere Mastaba D 96 hinweg zu klettern, zu welchem Zwecke eine Trittstufe gegen die Westseite dieser Mastaba gebaut worden ist. (s. Schnitt WO)
D 82,8 Kammer nach Westen, Hocker mit hochgezogenen Beinen auf Steinschlag liegend. Kopf nach Norden, Gesicht nach OSten, beide Hände unter der linken Wange. Vor dem Gesicht Reste einer kannelierten hölzernen Kopfstütze.   

   
Anmerkungen:

ßJ - Im Tagebuch von 1906 sind die Schachtnummern vertauscht. Es scheint jedoch, wie richtig in dem Manuskript Hölscher angegeben, dass der Tagebucheintrag 1906, zu Schacht D 82,2, Schacht 3 und D 82,3 Schacht 2 beschreibt. [zurück]
ßK - Im Tagebuch steht, dass die untere Kammer nach Westen gerichtet war. Die Angabe ist vermutlich falsch, da auch auf den Plänen die untere Kammer nach Süden angelegt war. [zurück]ßL - Dass vor der nördlichen Scheintür von D 82 im Fußboden ein verbauter, beschrifteter Opferstein gefunden wurde ist nur im Manuskript Hölscher erwähnt. Daher wird hier die Zuweisung als fraglich angenommen. Sollte die Angabe richtig sein, dann wäre der Verbleib des Objektes ungeklärt. [zurück]
ßM - Die bei Porter/Moss, in Ermangelung einer Erwähnung von D 83 und D 84, unter D 82 vermerkte Statuette wurde in der Straße zwischen Mastaba D 83 und D 84 gefunden und ist hier unter den beiden Grabnummern erfasst. [zurück]
ßN - Die privaten Notizen zur Grabung 1906 des Architekten Paul Wrede stellte seine Enkeltochter Jutta Hegemann-Wrede freundlich zur Verfügung. Von ihr stammt auch die Abschrift des in Suetterlin geschriebenen Manuskriptes. [zurück]

   
Bibliographie:

- Grimm, Alfred [Hrsg.], Steindorff, Georg and Uvo Hölscher, Die Mastabas westlich der Cheopspyramide (...), S. 72ff, Taf. 11.
- Porter/Moss, Memphis III,1,2. Auflage, S. 113.

Literatur: