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Mastaba D 39/40

Bezeichnung:

D 39/40

Typus: Bruchsteinmastaba mit Kalksteinmantel
Namen:
Grabherr:
E#S
Ranke, PN I, 404,11.
Frau:
  O(w).t-Or.w wr.t
Ranke, PN I, 417,26 (dort jedoch nur als Männername angegeben).
Eltern:
Kinder:
 
erwähnte Personen:
Ro(.w)-Htp(.w)
Ranke, PN I, 219,15.
Titel:
Grabherr:
wob nzw, Hm-nTr mw.t-nzw, Hm-k#, sms.w-pr, jmy-r# sSr, jmy-r# pr-jno.t/Htswt
"Reinigungspriester des Königs", "Gottesdiener der Königsmutter", "Ka-Diener", "Ältester des Hauses", "Vorsteher der Leinenstoffe", "Vorsteher des Weberinnenhauses".
Zu den Titeln vgl. Jones, Index OK, S. 373, 1382; 517, 1934; 591, 2167; 901, 3305; 234, 864; 129, 511.
Frau:
 
Eltern:
   
Kinder:
   
erwähnte Personen:
 

zx# Ro-Htp
Schreiber
Zum Titel vgl. Jones, Index OK, S. 834, 3040.

Lage des Grabes: Plan Hölscher 1903-1906
Blaupausen Mastaba D 39/40

[pdf]
[pdf]
Ausgrabungszeitpunkt: 1905
Ausgräber:

Georg Möller und Georg Steindorff.
Es spricht viel dafür das auch diese Mastaba 1902 durch Montague Ballard bereits "untersucht" wurde, denn Steindorff findet 1908 zufällig im Kunsthandel den Scheintürarchitrav des E#S (heutiger Verbleib unbekannt), der sich bereits 1905 nicht mehr in der Mastaba befunden hat. Es ist also anzunehmen, dass auch dieses Mastaba, ähnlich wie D 37 durch Ballard in Augenschein genommen worden ist und der Architrav bei dieser Untersuchung entfernt wurde.
ßJ Auch das Erscheinen des Stückes im Kunsthandel mit der Jahresangabe 1908 spricht dafür, da in diesem Jahr noch andere Objekte aus der "Ausgrabung Ballard" in den Handel gekommen sind.

Datierung: Ende 5. Dynastie / Anfang 6. Dynastie.
Porter/Moss: 5. Dynastie.
Anhand der Statuen variiert mitunter in der Literatur eine Datierung zwischen der 4. und 6. Dynastie.
   
Aufbau der Grabanlage:  
Allgemein:

Die 1905 von Steindorff und Möller ausgegrabene Mastaba ist jünger als die Mastaba D 37, deren Hof sie überbaut. Sie lehnt sich im südöstlichen Bereich an die Mastabas D 27 an.
Mastaba D 40 ist eine Bruchsteinmastaba mit Kalksteinmantel von 4,0 m × 4,3 m Länge, an deren westlichen Bereich sich die Mastaba D 39 von 9,9 m × 4,6 m Länge anschließt und diese im südlichen Bereich von D 40 sogar umschließt.
Der 2,2 m × 0,8 m große Serdab liegt in diesem südöstlichen Einschluss von D 39 zu D 40. Mastaba D 40 besitzt an ihrer Ostseite eine 1,6 m × 0,7 m große Kultkammer, die jedoch undekoriert geblieben ist. Der zugehörige Architrav wurde vermutlich schon 1902 durch Ballard (s.o) abgetragen und nur noch der mit Namen und Titel des E#S beschriebene Rundbalken der Eingangstür ist erhalten. Nördlich davon liegt an der Ostfassade eine undekorierte Scheintür. Vor der Ostfassade liegt im Abstand von ca. einem Meter eine 1,1 m Breite und 4,6 m lange Plattform von gleicher Höhe wie die Mastaba D 39/40. Diese Plattform, von Steindorff mit einer eigenen Nummer D 62 bezeichnet, war durch eine ca. 15 m × 2,0 m große Rampe zugänglich. Plattform und Rampe dienten eventuell dazu auf das Dach von Mastaba D 27 zu gelangen.
Zur Mastaba D 39 gehören fünf Grabschächte und zu D 40 drei.

Anbauten:
Mastaba D 39 umschließt die fast quadratisch angelegte Mastaba D 40 an ihrer Südwestseite und erweitert diese, um einen Serdab und einen 6,0 m × 4,6 m große Erweiterung mit insgesamt fünf Grabschächten.
Kultkammer:

Mastaba D 40 besitzt eine 1,6 m × 0,7 m große, undekorierte Kultkammer, deren Eingang ursprünglich einen beschrifteten Architrav (1908 im Kunsthandel gesehen - heutiger Verbleib unbekannt) enthielt und heute nur noch den mit Namen und Titel versehenen Rundbalken aufweist.

Serdab:

Mastaba D 39/40 hat im Erweiterungsbau von D 39, im Süden von Mastaba D 40 gelegen einen Serdab von 2,2 × 0,8 m Größe. Der Serdab hat einen Sichtschlitz zum Kultgang an der Ostfassade von D 39/40.

Im bereits aufgebrochen vorgefundenen Serdab wurden insgesamt noch 20 Statuen gefunden, die jedoch nicht mehr alle in situ standen und z.T. erhebliche Beschädigungen aufwiesen. Dazu gehören drei Sitzfiguren des Grabherrn (Leipzig, ÄMU 2561, Kairo JE 37820 und 37825), die Darstellung eines nackten Knaben (Leipzig, ÄMU 3028) und eine Sitzfigur der Frau O(w).t-Or(.w)-wr.t (Kairo, JE 37821), sowie 15 Dienerfiguren (Leipzig, ÄMU 2562, ÄMU 2563, ÄMU 2564, ÄMU 2565, ÄMU 2566, ÄMU 2569, ÄMU 2570, ÄMU 2571, ÄMU 2572; Hildesheim, PM 18, PM 20; München, SMÄK ÄS 4862; Kairo, JE 37822, 37823, und 37824).

Serdab

Grabschächte:

Die Mastaba D 39 hat fünf Grabschächte:
Schacht 1: 4,5 m tief mit einer nur lochartig ausgeführten Kammer nach Westen. In ihr befanden sich nur zerbrochene Knochen. Im Schacht selbst wurde verworfen die Ecke eines Opferbeckens mit Inschrift (heutiger Verbleib unbekannt) gefunden.
Schacht 2: 2,5 m tief und mit einer kalksteinernen Bodenplatte abgedeckten Kammer, die sich nach Osten ausdehnt. Auch in ihr wurden nur zerbrochene Knochen gefunden.
Schacht 3: Enthält eine nach Westen gerichtete Kammer, die mit zwei Steinen verschlossen und noch intakt vorgefunden wurde. In ihr lag ein gut erhaltenes Skelett mit leicht angezogenen Knien und westlich neben dem Kopf eine kleine runde Schale aus anorthositischem Gneis (Leipzig, ÄMU 2487).
Schacht 4: 1,5 m tief. Der Sarg war aus dem Fels herausgehauen und hatte nur eine Breite von 0,35 m und eine Tiefe von 0,5 m. Er war mit einer Kalksteinplatte abgedeckt - enthielt aber auch nur völlig zerfallene Knochen.
Schacht 5: 8 m tief. Bei 1,5 m über dem Grund lag eine verschlossene, nach Westen gerichtete Nische. Darin befand sich jedoch nur eine Hockerbestattung ohne Beigaben. Am Grund lag die nach Norden gerichtete Hauptgrabkammer von 1,9 m × 1,4 m, die ebenfalls noch intakt vorgefunden wurde. In ihr befand sich der aus dem Fels gehauene Sarg von 1,5 m × 0,8 m und 0,6 m Tiefe. Darin lag ein Skelett mit leicht angezogenen Knien, dem Kopf nach Norden und dem Gesicht nach Osten.

Die Mastaba D 40 hat drei Grabschächte.
Schacht 1: Hat nur eine kleine nach Osten gerichtete Kammer, in der nur zerfallene Knochen lagen.
Schacht 2: Die nach Westen gerichtete Kammer wurde intakt, mit zwei Steinen verschlossen vorgefunden. Darin lag ein gut erhaltenes Skelett, mit dem Kopf nach Norden und dem Gesicht nach Osten gewandt.
Schacht 3: 4 m tief mit einer nach Südosten gerichteten Kammer, die noch intakt war. Darin lag eine Hockerbestattung ohne Beigaben mit dem Kopf nach Norden und dem Gesicht nach Osten gewandt.

   
Erhaltungszustand: Die Mastaba befindet sich in einem guten Erhaltungszustand. Vgl die Photos PDM_03424, PDM_03448, PDM_03449 vom 11.08.2006 und die QTVR PDM_06712, PDM_06722, PDM_06723 vom 07.11.2006. http://www.gizapyramids.org/.
   
Funde:

Eingang Kultkammer:
- Architrav (1908 im Kunsthandel gesehen - heutiger Verbleib unbekannt).
- Rundbalken (in situ verblieben).

Im Serdab:
- Sitzfigur des E#S (Leipzig, ÄMU 2561).
- Sitzfigur des E#S (Kairo JE 37820).
- Sitzfigur des E#S (Kairo JE 37825).
- Standfigur eines nackten Knaben (Leipzig, ÄMU 3028).
- Sitzfigur der Frau O(w).t-Or(.w)-wr.t (Kairo, JE 37821).
-
Dienerfigur eines Kochs (Leipzig, ÄMU 2562).
- Dienerfigur eines Topfausstreichers (Leipzig, ÄMU 2563).
- Dienerfigur einer Mehlsieberin (Leipzig, ÄMU 2564).
- Dienerfigur einer Teig schöpfenden Dienerin (Leipzig, ÄMU 2565).
- Dienerfigur eines kornspeichernden Dieners (Leipzig, ÄMU 2566).
- Dienerfigur eines Mannes, der Waren in einen Korb packt (Leipzig, ÄMU 2569).
- Dienerfigur einer Frau mit Waschgefäß (Leipzig, ÄMU 2570).
- Fragmentarisch erhaltene Dienerfigur (Leipzig, ÄMU 2571).
- Dienerfigur einer Frau mit Waschgefäß (Leipzig, ÄMU 2572).
- Dienerfigur eines Bierbrauers, der Brotmaische durch ein Sieb streicht (Hildesheim, PM 18).
- Dienerfigur eines Müllerin (Hildesheim, PM 20).
- Dienerfigur einer Müllerin (München, SMÄK, ÄS 4862).
- Dienerfigur einer Müllerin (Hildesheim, PM 20).
- Dienerfigur eines Brotbäckers (Kairo, JE 37822).
- Dienerfigur eines Schlachters (Kairo, JE 37823)
.
- Dienerfigur eines Gänserupfers (Kairo, JE 37824).

Schacht 1, Mastaba D 39:
- Fragment eines Opferbeckens mit Inschrift (heutiger Verbleib unbekannt - vermutlich uninventarisierter Kriegsverlust des ÄMU Leipzig).

Schacht 3, Mastaba D 39:
- Schale aus anorthositischem Gneis (Leipzig, ÄMU 2487)
- Skelett (Osteologischen Sammlung der Universität Tübingen, Inv.-Nr. 7012).

Schacht 5, Mastaba D 40:
- Skelett (Osteologischen Sammlung der Universität Tübingen, Inv.-Nr. 7013).

   
Photos:


















1.360.870
BFM 1.360.870
=
N-ÄMUL 3716







 
   
Archivalien:

Tgb. 1905 [Original pdf] [Abschrift pdf]

S. 92: Die Reinigungsarbeiten machen gute Fortschritte. Auch sonst kommen die  Mastabastrassen namentlich bei D 38 u. 37 sehr gut heraus. Hier wird auch die Ostfassade einer angebauten Mastaba freigelegt. Kleine rechteckige Kammer. Innen weiss geputzt. Auf d. Türtrommel (der Türsturz fehlt) steht in sehr schönen Reliefbuchstaben:
S. 92 An d. letzten 3 Buchstaben noch gute Farbreste. […]

S. 94: Messungen vorzunehmen. Um 11 Uhr begiebt sich Prof. Steindorff mit Reisner nach den Mastabas südl. der Cheopspyramide (cf. S. 93). Die Mastabas sind in recht schlechten Zustand. An Ort und Stelle spricht sich Reisner schon weniger bestimmt aus, in einer Unterredung mit Möller am Abend nimmt er alles zurück, was er über diese Mastabas gesagt hat. Während Prof. Steindorff mit Reisner abwesend ist, wird an der Mastaba des S. 94 Zascha (cf. S. 92) [D 39/40] der Serdab gefunden.
S. 94
a. Thürbalken (S. 92)
b. Serdâbschlitz
c. Kammer

S. 95: Der Serdab ist in der Weise hergestellt, daß die Straße zwischen Mastaba D 40 S. 95 an der Ost- (und West-)Seite verschlossen und mit Steinplatten überdeckt ist. Von den 4  Deckenplatten sind die 3 Östlichen in situ, der westlichste fehlt. Vorn an der Ostwand ist ein Schlitz (b) in der Mauer. Der Serdab wird geöffnet und sofort werden die Köpfe zweier Statuen sichtbar, bald darauf erscheinen auch noch mehrere Köpfe von Dienerstatuen. Das Herausschaffen des Sandes geht schnell von Statten, ein Statuenkopf nach dem anderen erscheint, auch 3 weitere Statuen des Toten bezw. seiner Angehörigen werden herausgeholt. Bis zum
S. 95

S. 96: Schuglschluß ist der ganze Inhalt des Serdâbs, 5 Statuen und 15 Dienerfiguren, geborgen. Eine photographische Aufnahme war nicht möglich.

No. 1 (Skizze auf S. 95) ist ca. 70 cm hoch, sitzende Statue eines Mannes, nach der Aufschrift auf der r. Seite des Sessels der S. 96 (cf. S. 92) Das Gesicht sehr derb, offenbar Porträtähnlichkeit angestrebt. Halblanges gescheiteltes Haar. Breiter Halskragen S. 96 Bemalung (blau) erhalten. Gefältelter Schurz S. 96 . Körper rotbraun, die Bemalung des Sessels soll Granit nachahmen (das Material ist Kalkstein).
No. 2 ist ca 60 cm hoch und stellt denselben Mann dar S. 96 Haltung im Wesentlichen die gleich wie bei No.1. Haar kurz, Löckchenfrisur. Arbeit besser als bei No. 1, Erhaltungszustand tadellos, Farben

S. 97:  weniger gut erhalten.
No. 3. Sitzende Statue wohl desselben Mannes (ohne Inschrift) H. ca 40 cm. Haltung wie bei vor. No. Kopf abgebrochen, aber vorhanden. Farben gut erhalten.
No. 4. Sehr plumpe sitzende Figur einer Frau. H. ca. 35 cm. Auf der r. Seite des Sessels Inschrift: S. 97 . Halskette aufgemalt.
No. 5. Zerbrochene Figur eines nackten stehenden Knaben. Von den Armen (die Hände sind angelegt) fehlen Stückchen. Nase abgestoßen. H. ca. 50 cm. Farben gut erhalten.
No. 6 – 17. zerbrochene Dienerfiguren, nicht mehr in situ.
No. 18 Mann, Bier in Krüge füllend, ca 30 cm hoch.
No. 19 Mahlende Frau, ca 36 cm hoch

S. 98: No. 20 Töpfer, einen Krug formend, ein Haufen fertiger Töpfe liegt vor ihm.
No. 18–20 sind heil, von den übrigen Figuren fehlt bei einer (Mann eine Gans schlachtend) der Kopf, bei einer Dienerin die Fußplatte. Es sind von den 15 Dienerfiguren 5 unbeschädigt, 5 zerbrochen aber vollständig, bei 3 fehlen winzige Stücke, 2 (die oben erwähnten) sind unvollständig.

S. 101: […]
Sonnabend, den 25 März 1905
Die zerbrochenen von den Dienerstatuen aus dem Serdâb des S. 101 [D 39/40] werden zusammengepasst, einige Splitter fehlen. Der Serdâb wird danach durchsucht; es kommen aber nur wenige Stückchen noch zu Tage. […]

S. 113: […]
S. 113 In dem Brunnen x von D 40 findet Imâm Ali verworfen die abgebrochene Ecke eines Opfertrogs mit 2mal wiederholter Inschrift
S. 113

Mittwoch 4. April
Die Reinigungsarbeiten u. das Ausheben der Bîre wird fortgesetzt.
In dem Brunnen x von D 40 öffnet sich unten nach W. ein kleines Loch; in ihm
unbrauchbare vermorschte Knochen.

S. 114: Auf D 40 s.w. neben x das ist: D 39,4 ein Brunnen. Unten rechteckige, von N. nach S. verlaufende Vertiefung mit zerbrochenen KnochenS. 114  […]

S. 116: […]Auf D 40 wird ein neuer Brunnen fertig gemacht (s. S. 113) x:
S. 116
* zerbrochene Knochen
Kammer nach W mit 2 Steinen verschlossen, unerbrochen. Darin gut erhaltenes Skelett, Kopf nach N ?, Gesicht nach O ?, mit leicht angezogenen Knien. Hinter (westl) dem Kopf liegt eine kleine runde Dioritschale. Ein neuer Bir östl. neben x (y) wird in Angriff genommen. […]

S. 117: […] Der Brunnen y auf D 40 (s. S. 116) hat unten ein kleines nach O gerichtetes Zimmer. Darin zerbrochene Knochen.

S. 120: […] Auf D 40 (Zascha) neben Bîr 5 ein weiterer Schacht. Unten Zimmer nach W, war mit 2 grossen Steinen versetzt, Darin ein gut erhaltenes Skelett. Kopf nach N, Gesicht nach O. Der Bîr wird mit 6 bezeichnet.

S. 141: […] Freitag 21. April.
Die Strasse zwischen D 31 u. D 34 wird gesäubert u. an dem Durchstich von 38 nach 40, der Verbindung des Nord- u. Südschughl weiter gearbeitet. […]

S. 146: Um ½ 3 ist St. im Museum u. macht mit Maspero die Teilung. Dem Museum fällt zu:
1) die grosse sitzende Statue des ZaSa (mit gescheitelter Perücke):
2) die sitzende langbeinige Figur des ZaSa.
3) Kksteinfigur der Frau des ZaSa
4) die Gruppe des Zezemonch.
5) „Kuchenbäcker“ aus d. Serdab
6) Schlächter des ZaSa
7) Gänsebrater
8) abgeschnittener Kopf KKstein
9) Relief des Ptah-n;
10) Serdabschlitz mit Figuren, aus demselben Grabe
11) 4 Kanopen au dem zuletzt ausgehobenen Bîr des Zezemonch
12) 1 Obelisk von D 37;
13) Modell eines Waschgefässes, 2

S. 147: […] Vom Museum fährt Stdff. zu Pelizaeus u. Teilt mit ihm. P. erhält:
1) die sitzende Granitfigur von 1904;
2) die stehende Kksteinstatue des Mimi
3) die feine Kalksteinfigur des Zezemonch (s. 101);

S. 148:
4) Müller aus dem Serdab
5) Bierbrauer des ZaSa
6) Müllerin aus d. Serdab des Zezemonch;
7) Gruppe der Pepi u. der beiden Schepsesre;
8) die zuerst gefundene Gruppe des Ehepaares u. der 2 Kinder
9) Thürsturz mit Reliefinschrift des
10) Mittelstück von der Scheintür des Chenu;
11) 2 Kanopen von den 4 im unteren Brunnen des Zezemonch gefundenen;
12) Alabasterne Kopfstütze
13) Opfertrog mit zerstörter Inschrift;
14) die Hälfte der Alabastersachen (mit Ausnahme der von Maspero genommenen) aus dem Schacht in der Vorhalle von N.(1903)

S. 149: Ausserdem wird P. noch einen Anteil von den 6 nach Deutschland mitgenommenen Dienerfiguren bekommen. […]


Inschriften 1905: [Original.pdf] [Abschrift und Transkription]
S. 41:
S. 41

S. 41-1:
S. 33


Statuen 1905: [Original.pdf] [Abschrift.pdf]

S. 2:
S. 2

S. 3:
S. 3

S. 4:
S. 4

S. 13:
S. 13

S. 14:
S. 14

S. 16:
S. 15

S. 17:
S. 17

S. 19:
S. 19



Manuskript Hölscher [Original pdf]
D. 39 und 40
Bl.    Lgpln.    Abb.

D. 39 und 40 gehören zusammen. D. 39 ist eine Erweiterung von D. 40, ohne eigene Kulträume. D. 39 hat nur 5 Schächte. D. 40 dagegen ist eine ursprünglich quadratische Mastaba, die nach O. durch eine äussere Kultkammer, nach S. durch einen gegen D. 27 angelehnten Serdab und nach W. durch D. 39 erweitert ist. Auffallend an den Kulträumen ist, dass sie keine eigentlichen Türanschläge haben und zweitens, dass die innere Kultkammer, obgleich sie in feinem weissem Kalkstein erbaut ist, keine Scheintür hat. Eine (unbeschriebene? Scheintür) findet sich im Korridor.
Ueber dem Eingang zur inneren Kultkammer ist die sehr schön beschriebene Türtrommel erhalten:

An den drei letzten Buchstaben waren die Farben gut erhalten. Der Serdab war intakt und mit einer über 2m grossen Kalksteinplatte abgedeckt. Darin ein ganz ausserordentlich reicher Fund:

D. 40,1 kleine Kammer nach O., zerfallene Knochen.
D. 40,2 Kammer nach W., intakt, und 2 grossen Steinen verschlossen. Gut erhaltenes Skelett, Kopf nach N., Gesicht nach O.

D. 39 und 40 Fortsetzung

D. 40,3 4 m tief; Kammer nach S.O., war intakt. Hocker ohne Beigaben, Kopf nach N, Gesicht nach O.
D. 39,1 Im Schacht verworfen Ecke eines Opfertroges mit zweimal wiederkehrender Inschrift:
Unten im Schacht bei 4,50 m tiefe rohes Loch nach W. mit zerfallenen Knochen.
D. 39,2 2,50 m tief (s. Schnitt    ), darin nur zerbrochene Knochen.
D. 39,3 Kammer nach W, mit 2 Steinen verschlossen, intakt. Gut erhaltenes Skelett mit leicht angezogenen Knieen. Westlich vom Kopf eine kleine runde Dioritschale.
D. 39,4. Schacht 1,5 m tief. Sarg im Fels ausgehauen, nur 35 cm breit, 50 cm tief. Mit Kalksteinplatte abgedeckt. Inhalt nur zermorschte Knochen.
D. 39,5. 8 m tief. Bei 1,50 m über dem Grunde eine Nische nach W., verschlossen, Hocker, ohne Beigaben; Unten Kammer nach N., intakt, 1,90 × 1,40 m gross. Darin Sarg ausgehauen, 1,50 × 0,80 m und 0,60 m tief. Skelett mit leicht angezogenen Knieen, Kopf nach N, Gesicht nach O.


D 39 und 40 sollte man nach den Statuen und dem Charakter der Hieroglyphen etwa in die Mitte der 5. Dynastie setzen.

   
Anmerkungen:

ßJ Siehe zur der Ausgrabungstätigkeit Ballards auch die Anmerkungen bei Manuelian, Peter Der, Slab Stelae of the Giza Necropolis, PPYEE 7, 2003, S. 59, Anm. 5 und 113, Anm. 1 und auch Jánosi, Peter, Der Tote vor dem Opfertisch, in: Sokar 10,1, 2005, S. 18-23. Vgl. auch den Brief Borchardts an Steindorff vom 12.06.1926 und einen weiteren Brief Borchardts an die Akademische Kommission zur Herausgabe des Wörterbuchs der ägyptischen Sprache, Berlin vom 12.07.1902 in der Steindorff Collection, Bridwell Library, Southern Methodist University Dallas. [zurück]

   
Bibliographie:

Baud, Michel, Famille royale et pouvoir sous l'Ancien Empire égyptien, IFAO, Kairo 2005, (= BdE 126,1-2), S. 222 u. 609.
Grimm, Alfred [Hrsg.], Steindorff, Georg and Uvo Hölscher, Die Mastabas westlich der Cheopspyramide (...), S. 44f., Taf. 9.
Jánosi, Peter, Rezension zu Georg Steindorff und Uvo Hölscher, [Hrsg.] Alfred Grimm, Die Mastabas westlich der Cheopspyramide, Münchner Ägyptologische Untersuchungen 21 (Frankfurt am Main, 1991), in: WZKM 83 (1993), S. 257.
Porter, Bertha and Rosalind B. Moss, Assisted by Ethel W. Burney, Topographical Bibliography [...], III. Memphis. Part I, S. 111f.
Spiekermann, Antje / Friederike Kampp-Seyfried. Giza - Ausgrabungen im Friedhof der Cheopspyramide von Georg Steindorff. Ägyptisches Museum, Kleine Schriften des Ägyptischen Museums der Universität Leipzig, Band 6. Leipzig, Ägyptisches Museum, 2003, S. 51-60.